Ingenieurpreis meets Chemikerin

Eine Chemikerin erhält den Aachener Ingenieurpreis? Ja, weil die Disziplin unser aller Zukunft maßgeblich mitbestimmt. Denn Chemie ist Teil der Lösung, auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Auch wer früher Chemie nicht unbedigt als Lieblingsfach hatte, der hat an diesem Abend im Aachener Rathaus viel gelernt: Verständlich veranschaulicht in Experimenten durften die Gäste der Ingenieurpreisverleihung an Dr. Melanie Maas-Brunner den Einfluss der Chemie auf unser Leben hautnah miterleben. Quietsche-Enten zum Beispiel quietschen nur deswegen so schön, weil ein bestimmter, übrigens unbedenklicher Weichmacher in ihnen verarbeitet ist. Auch Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff – so kann man am Klang von Personalausweisen einen gefälschten leicht von einem echten unterscheiden. Dank der Disziplin Chemie können wir Wissenschaft in unseren Händen halten. Die alltägliche Relevanz der Beschaffenheit und Verwendung von Kunststoff in Büromöbeln, Smartphones und Windrädern machen wir uns nur viel zu selten deutlich.

Innovation, Chemie und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand

Und damit sich in Zukunft noch mehr Windräder drehen, ist es wichtig, Chemie als wichtigen Baustein der klimaneutralen Transformation in der Industrie zu begreifen. Noch ist sie großer Emittent von Co2, aber das soll sich ändern. Die Chemie-Branche selbst will bis 2045 klimaneutral werden; dafür braucht es Innovationskraft, Ingenieurskunst, Mut und bessere Rahmenbedingungen, fordert die Preisträgerin.

Für ihr konsequentes Streben, mittels Innovationen Antworten auf den Klimawandel und für eine nachhaltigere Gesellschaft zu finden, wurde Dr. Melanie Maas-Brunner, CTO Vorstandsmitglied bei BASF, am 2. September 2023 mit dem Aachener Ingenieurpreis ausgezeichnet. Dieser wird von RWTH Aachen und Stadt Aachen in Zusammenarbeit mit dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) vergeben.

04.09.2023