Was essen wir morgen?

Ging es in den Nachkriegsjahren in erster Linie darum, satt zu werden und das am liebsten mit Cola, Chips und Kassler (von allem gerne viel), so experimentiert man heute mit Food-Trends (Jackfruit-„Hack“) und hinterfragt die Welthunger-Krise. In Vorträgen hat das mörgensLab die Diskussion mit den Bürger*innen geöffnet.

Früher möglichst viele Kalorien, heute bitte möglichst wenig. Ja, das hat sich geändert und das, obwohl oder gerade weil wir heutzutage Zugriff auf quasi alle Lebensmittel haben. Egal ob das Obst Saison hat, eigentlich nur in Australien wächst oder eine Neuerfindung der Food-Industrie ist. Unser Essverhalten geht mit Trends, wir hinterfragen viel mehr – aber wirklich genug?

Zwischen Forschung und Fiktion

In der Reihe „Zukunftswelten – Zwischen Forschung und Fiktion“ des mörgensLab vom Theater Aachen findet ein Mal im Monat ein Ausblick auf unser aller Zukunft statt. Verschiedene Themen wie zum Beispiel Mobilität von morgen, Wirtschaftsysteme, Klimawandel und  Ernährung werden schwerpunktmäßig behandelt. Zuletzt wurde im Mörgens gefragt, wie wir unser Gemüse zukünftig anbauen (vertikal), ob wir demnächst nur noch Nahrung in Tuben zu uns nehmen (nein) oder unsere klimafreundlichen Burger bald im Labor entstehen (gut möglich).

Tier-Futter wird zu Menschen-Futter

Fest steht jedenfalls, dass die Erde theoretisch genug Kalorien bereit stellt, um perspektivisch bis zu 12 Mrd. Menschen satt zu kriegen. Transportwege, ungerechte Verteilung von Ressourcen und der hohe Konsum tierischer Produkte der westlichen Welt machen es jedoch de facto unmöglich, alle Menschen zu sättigen. Aber wir können Teil der Lösung sein! Essen wir weniger Steak, kann das Getreide, was heute noch als Tierfutter verarbeitet wird, morgen schon die Menschen in ärmeren Ländern ernähren. So wird Tier-Futter zu Menschen-Futter.

David Spencer, Biologe an der RWTH Aachen erforscht, wie man Gemüse resistent gegen Krankheiten machen kann, um den Ertrag einer Ernte zu schützen und zu maximieren. Und plötzlich hört sich Gentechnik gar nicht mehr so böse an…

Und Dank des Vereins aachen.eden werden bald Barsche im Untergund des Bushofes leben und mit ihren Ausscheidungen dabei helfen, regional produzierte und gesunde microgreens ernten zu können. Vielleicht habt ihr auch schonmal die aktuelle Aquaponik-Anlage des Vereins am Campus Melaten gesehen?

think global, act local

Die Zukunftswelt im Mai 2022 beschäftigt sich mit der Frage, wie sich unsere Wirtschaft in Zukunft weiterentwickeln wird. Ist der Kapitalismus auf Dauer wirklich das beste System? Lässt sich Wirtschaft heute nur noch global denken? Expert*innen der FH Aachen nehmen uns mit in den Bereich der alternativen Wirtschaftssysteme und versuchen herauszufinden, wie wir unsere Zukunft finanzieren werden. Seid ihr dabei?

4.4.2022